Wir stellen unseren Mitgründer, die Firma UMCO Umwelt Consult GmbH vor und werfen einen besonderen Blick auf den Bereich der Compliance-Lösungen: Unser 7. Partnerportrait!

Die UMCO Umwelt Consult GmbH berät seit über 34 Jahren mit rund 60 Mitarbeitern erfolgreich Unternehmen entlang der „chemischen Wertschöpfungskette“. Hierzu zählen Hersteller, Händler, Läger, Umschlagsbetriebe oder Anwender von chemischen Erzeugnissen. Ihre Dienstleistungen erstrecken sich vom Chemikalien-Management inkl. REACH und Biozid-Beratung, über das betriebliche Umweltmanagement bis hin zum Bereich Gefahrgut. Im Fokus all ihrer Leistungen stehen dabei immer ihre Compliance-Lösungen für den Umgang mit gefährlichen Stoffen sowie deren weltweite Vertriebsfähigkeit.

Wenn es um den Begriff Compliance geht, ist Peter Duschek, einer der drei Gesellschafter und Geschäftsführer der UMCO, genau der passende Ansprechpartner. Als Leiter des Bereichs Safety-Health-Environment vereint er ein umfassendes Wissen mit langjähriger Erfahrung gepaart mit dem gewissen Fingerspitzengefühl für komplexe und schwierige Sachverhalte. Er ist bekannt dafür, dass er Lösungen findet, die für alle Parteien passend sind. Wir haben nachgefragt.

IW: Für viele ist Compliance immer noch ein Fremdwort – und jeder versteht etwas anderes darunter. Wie definiert UMCO Compliance?
PD: Als Fachbegriff kommt Compliance ursprünglich aus der Medizin und bedeutet, dass ein Patient die vom Arzt angewiesene Therapie  befolgt und umsetzt. Denn davon hängt der – im besten Fall – positive Therapieverlauf ab. Hieraus abgeleitet verstehen wir bei UMCO für unsere Dienstleistungen unter Compliance die Bereitschaft aller Mitarbeiter in einem Unternehmen, im Rahmen ihrer Tätigkeiten, nachhaltig an der Einhaltung von Regeln, Richtlinien und Gesetzen mitzuwirken. Als UMCO fokussieren wir uns dabei auf die Rechts- und Haftungssicherheit in den Bereichen betrieblicher Umweltschutz und Arbeitssicherheit sowie im Chemikalienrecht. Wir bieten Kunden sozusagen das „Rundum-sorglos-Paket“. Das ist besonders für die Kunden interessant, die überwiegend Gefahrstoffe im Betrieb haben. Dazu gehört neben der organisatorischen Beratung und dem Aufbau des Compliancesystems auch die nachfolgende Übernahme von bestimmten Aufgaben.

 

P. Duschek_mittel

Peter Duschek, Dipl.-Ingenieur, SHE-Management/ Geschäftsführung
Foto: Angelika Franz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IW: Unternehmen sind es die Mitarbeiter, nicht die Patienten, die an der Einhaltung  von Rechtsvorschriften mitwirken sollen. Wie bzw. wo setzt Compliance, also die Regeltreue, an?
PD: Die Einhaltung, also die Umsetzung aller Regeln, ist in großem Maße immer abhängig von der Persönlichkeit jedes einzelnen Mitarbeiters. Wie versteht er das Thema? Gibt es einen hohen Kontrolldruck durch den Vorgesetzen? Wie ist das Verhältnis generell zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten? Wie komplex sind die einzelnen Anweisungen und wie viele sind es? Sind eventuell Verhaltensänderungen erforderlich? Nur, wenn wir es schaffen, den Mitarbeiter mitzunehmen, wird das Thema Compliance im Unternehmen vollständig umgesetzt werden.

IW: Ist Compliance für Unternehmen im Bereich des Umwelt- und Arbeitsschutzes mittlerweile eine Notwendigkeit geworden?
PD: Die Frage ist einfach zu beantworten, denn es betrifft zwei existentielle Bereiche im Leben und Wirken eines Menschen: Gesundheit und Leben. Die Antwort lautet somit: Ja. Zum einen ist betrieblicher Umweltschutz immer auch Arbeitsschutz und umgekehrt. So müssen Unternehmen nicht nur für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sorgen, sie haben auch eine Verantwortung der Umwelt gegenüber. Zum anderen ist das verantwortungsvolle Handeln auch in Bezug auf ihre Positionierung im Markt, für ihren Erfolg wichtig.

IW: Wenn ein Kunde die UMCO Compliance Lösung bucht, welche Stufen durchläuft er?
PD: Dies ist ganz unterschiedlich. Manche Unternehmen haben bereits ein Management-System integriert und wissen, wer im Unternehmen für was zuständig ist. Es gibt aber auch Unternehmen, die noch keine feste Struktur haben oder die Organisation nicht mehr zur Unternehmensgröße passt. Umso wichtiger ist eine umfassende Bestandsaufnahme. Wir führen hierzu mit einem Team von mehreren Experten mit verschiedenen Fachkenntnissen eine intensive Begehung des gesamten Betriebes durch. Im Anschluss erfolgt ein Workshop, in dem zum einen alle relevanten Rechtsvorschriften (Umweltrecht, Arbeitsschutzrecht, Anlagensicherheit, Abfallrecht, Chemikalienrecht, Gefahrgutrecht, Gewässerschutzrecht, Immissionsschutzrecht, Naturschutzrecht und Bodenschutzrecht) ermittelt werden und zum anderen eine Stärken-/Schwächen-Analyse Aufschluss darüber gibt, wo noch Handlungsbedarf besteht. Danach gilt es, eine Systematik zu schaffen, in der die Betreiberpflichten, die sich aus dem Vergleich der rechtlichen Anforderungen zu den bestehen Prozessen im Unternehmen ergeben, für jeden nachvollziehbar formuliert, dokumentiert und an die entsprechende Person delegiert werden. Dies kann in einem IT-gestützten Betreiberpflichtensystem, einem so genannten Compliance-Management-System, erfolgen und ist somit Teil des gesamten Managementsystems des Kunden.

Peter Duschek

Peter Duschek

IW: Apropos Compliance-Management-System. Was hat das damit auf sich?
PD: Ein Compliance-Management-System (CMS) ist ein Werkzeug. Es dient der operativen Umsetzung und Dokumentation von Maßnahmen im Unternehmen. Mit Hilfe eines solchen Systems wird die Einhaltung rechtlicher Vorgaben in Geschäftsprozessen sichergestellt. UMCO nutzt seit zwei Jahren erfolgreich den Haufe Vorschriften Manager (VSM). Die Pflichtenerfassung ist hier sehr einfach zu handhaben und die Bedienbarkeit äußerst komfortabel.

IW: Nach der Pflichtenerfassung im System, stellt sich nun die Frage: Wer im Unternehmen weiß von den bestehenden, neuen Compliance-Regeln und wie wird sichergestellt, dass sie sofort Anwendung finden und nicht erst nach Monaten?
PD: Nachdem klar ist, wie die Pflichten im Unternehmen umgesetzt werden sollen, werden Mitarbeiter benannt und im Umgang mit dem System geschult. Wir achten sehr darauf, dass die Mitarbeiter früh in solche Prozesse eingebunden werden. Das erhöht die Sensibilität der Mitarbeiter, bindet sie an die Vorgaben des Unternehmens und ermöglicht ihnen als Verantwortliche, später sicher und kompetent mit dem System arbeiten zu können.
Eine Wirksamkeitskontrolle geschieht zum einen durch das System an sich. So kann man z.B. bereits bei der Delegation einer Aufgabe die Überprüfung dieser Aufgabe einer weiteren Person zuordnen. Zum anderen führen wir auch Compliance Audits vor Ort durch.

IW: Was hat es mit den Audits auf sich? Sind sie ein Muss für die Unternehmen?
PD: Audits sind für Unternehmen kein Muss. Ein internes, durch unabhängige Experten durchgeführtes Audit ist aber die logische und konsequente Fortführung der bereits erfolgten Maßnahmen im Unternehmen. Audits sind Kontrollen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Hier wird vor Ort die Einhaltung, Umsetzung und Wirksamkeit von Aufgaben und Prozessen genau unter die Lupe genommen und sich hieraus ergebende Verbesserungen sofort umgesetzt.

IW: Was bietet UMCO den Kunden, was andere nicht können?
PD: UMCO greift auf eine langjährige Erfahrung in diesem Bereich zurück. Wir sind seit über 30 Jahren erfolgreich am Markt tätig und haben ein besonders hohes Wissen im chemikalienrechtlichen Bereich. Neben einer umfassenden Beratung in den Rechtsbereichen CLP, REACH und Bioziden, sind wir in der Lage, deren Auswirkungen auf die klassischen Bereiche des Umwelt- und Arbeitsschutzes zu übertragen. Hinzu kommt noch die wichtige Überprüfung der Stoffcompliance: Vereinfacht gesagt, können wird dem Kunden sagen, ob seine Produkte besonderen Restriktionen bis hin zu Stoffverboten unterliegen werden.

Während wir früher von „Risikoanalyse“ gesprochen haben, heißt es heute „Compliance“. Durch unsere lange Erfahrung, kennen wir viele Prozesse bei unseren Kunden, wissen genau worauf wir schauen müssen und haben ein interdisziplinäres Team mit Mitarbeitern, die fachübergreifend qualifiziert sind und eine Auditorenausbildung haben. Wir agieren als Team und ergänzen uns optimal – immer mit dem Ziel vor Augen, die Prozesse beim Kunden zu optimieren, die Komplexität zu reduzieren und die Risiken zu minimieren.

IW: Herr Duschek – vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Angelika Franz.

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