Vermesser braucht die Welt

Sie sind die Vermesser der Welt – ohne sie geht nichts und mit ihnen alles. Vielfältig sind sie einsetzbar, vielseitig ist ihr Beruf. Das sieht auch Kai Kirchner, Inhaber und Geschäftsführer vom Vermessungsbüro Kirchner Ingenieurvermessung und Partner im Ingenieurwerk Hamburg, so und beschreibt seine Arbeit als Vermessungsingenieur:

Dipl.-Ing. Kai Kirchner

Dipl.-Ing. Kai Kirchner

„Der Bereich meiner Dienstleistung umfasst glücklicherweise ein großes Spektrum – mit sehr unterschiedlichen Aufgaben. Einen Großteil meiner Tätigkeit verbringe ich mit der Erstellung von Planungsgrundlagen. D.h., ich vermesse ein Gelände, eine Straße, ein Bauwerk, eine Industrie- oder Maschinenanlage ihrer Höhe und Lage nach. Hierbei werden Totalstationen oder 3D-Laserscanner eingesetzt. Aus diesem Aufmaß wird mittels CAD-Bearbeitung in der Regel ein zwei- oder dreidimensionaler digitaler Plan erstellt. Dieser dient zur Dokumentation oder als Grundlage für eine weitere Planung. Ein zweiter Bereich, der einen großen Zeil meiner Zeit in Anspruch nimmt, ist die Absteckung. Hier gilt der umgekehrte Sachverhalt: Es werden keine Tatbestände dokumentiert, sondern eine Planung (Gebäude, Anlage, Straße, Brücke etc.) wird in die Örtlichkeit übertragen und angezeigt. Je nachdem, in welcher Sparte ich gerade tätig werden darf, ist der Anspruch an die Genauigkeit unterschiedlich und mit den entsprechenden Messungsaufbauten verbunden“.

Die Mischung macht’s

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben nutzen Vermessungsingenieure heutzutage modernste IT-Technik und bedienen sich dabei der Weltraumtechnologie. „Wir Vermessungsingenieure nutzen das GPS, aber auch andere Satelliten- und computergestütze Systeme wie das Glonass. Nur so kommen wir zu den gewünschten Ergebnissen und können die exakten Berechnungen, auf den Millimeter genau, anstellen“, sagt Kai Kirchner und ergänzt: „Wir tragen eine hohe Verantwortung, denn ist die Berechnung falsch oder nicht exakt genug, muss ich im Zweifel dafür haften“. Auf meine Frage hin, was ihm in seinem Beruf am meisten Spaß macht, bekomme ich eine spontane Antwort: „Neue Heraus- forderungen“, sagt Kirchner und lacht: „Mich reizt es, wenn etwas auf den ersten Blick nicht geht. Dann heißt es, genauer hinzuschauen und nach Lösungen zu suchen.

Kreativität bei der Problemlösungssuche ist in diesem Beruf genauso gefragt wie gute soziale Kompetenzen. Vermessungsingenieure sollten also nicht nur wind- und wetterfest sein; sie benötigen neben umfassenden mathematischen und physikalischen Kenntnissen auch gute Informatik-Kenntnisse sowie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Auch sollten sie gute Kenntnisse im Eigentums-, Verwaltungs- oder im öffentlichen Recht besitzen denn: „Es gibt einige rechtliche Sachverhalte zu berücksichtigen die, je nach Bundesland, anderes gehandhabt werden wie z.B. das Baurecht, und hier speziell die Regelung der Abstandsflächen. Rechtliche Aspekte sind aber auch das Betreten fremder Grundstücke oder die Einhaltung vorgeschriebener Normen“, so Kai Kirchner.

Orientierung

Der Beruf des Vermessungsingenieurs ist also ein Beruf mit vielen Facetten und bietet die Möglichkeit alles Erlernte nicht nur fachtheoretisch einzusetzen, sondern vor allem auch anzuwenden. Es ist ein Beruf, in dem es immer genug zu tun gibt, denn: Die Vermessung der Erde, im Kleinen wie im Großen, gelangt nie an ihr Ende. Und: Es bietet ein großes Spektrum an Aufgaben- und Einsatzfeldern.

Das sieht auch Kai Kirchner so: „Der Beruf ist so vielfältig, man arbeitet an verschiedenen Orten draußen, aber auch im Büro. Man zeichnet und rechnet – und hat mit den unterschiedlichsten Leuten zu tun. Durch eine recht spezielle Industrieanlagenvermessung bin ich mittlerweile nicht nur häufig quer durch Deutschland sondern auch in Italien, Dänemark, Holland, Polen, Frankreich und Spanien unterwegs. Ich komme also auch sehr viel herum. Ein weiterer großer Vorteil ist die Tatsache, dass wir Vermessungsingenieure interdisziplinär arbeiten. Bei Projekten sitze ich häufig mit anderen Berufsgruppen zusammen. Das ist spannend und man lernt ständig dazu. Wenn man bedenkt, dass ich eigentlich nur durch einen Zufall zu diesem Beruf gekommen bin, muss ich sagen, habe ich großes Glück gehabt. Zudem macht mir das alles sehr viel Spaß. Ich könnte mir keinen besseren Beruf vorstellen!“

Zur Zukunft des Vermessungsingenieurs wagt Kai Kirchner eine Prognose: „Es werden mehr und mehr technische Weiterentwicklungen folgen und die zu verwaltenden Datenmengen werden genauer und größer. Der „Geodatenmanager“ wird sich weiter etablieren. Die klassische Vermessung bzw. die örtlichen Arbeiten auf einer Baustelle werden deshalb jedoch immer noch benötigt.”

Vermessungsingenieure wie Herr Kirchner sind also nicht nur Datenmanager und Millimeter-Verliebte, sondern Ratgeber, Berater und Richtungsweisende. Sie sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass wir uns in der Welt orientieren können, denn durch sie wissen wir um die Lage von Straßen und Gebäuden, erfahren, wo Grundstückgrenzen entlanglaufen, wo Strom-, Wasser –oder Datenleitungen liegen. Sie überwachen die Standsicherheit von Brückenbauwerken oder Tunneln und sorgen so dafür, dass diese kein Sicherheitsrisiko für uns darstellen. Sie ordnen die Welt, und tragen dazu bei, dass wir uns in ihr bewegen können. Vermessungsingenieure wie Herr Kirchner sind gefragt – auch in der Zukunft. (Angelika Franz)

Weitere Informationen zu Kai Kirchner:

Kai Kirchner

Kai Kirchner

Kai Kirchner, geboren 1968, begann 1984 seine Ausbildung als Vermessungstechniker in Berlin bevor er 1989 mit dem Studium der Fachrichtung Vermessungswesen startete. 1992, nach Abschluss des Studiums, begann Kirchner als Abteilungsleiter in einem Vermessungsbüro in Henningsdorf zu arbeiten. Es folgten 2 weitere Jahre, die er mit dem Aufbau und der Leitung einer Abteilung für Ingenieurvermessung in einem Vermessungsbüro für Photogrammetrie zubrachte. Seit Juli 1994 ist Kai Kirchner selbstständig. Er bietet die ganzheitliche Beratung und Dienstleistung im Vermessungswesen an und ist dort in allen Bereichen tätig. Er agiert im gesamten Bundesgebiet – seine Dependancen liegen in Hamburg und Berlin. (Angelika Franz)

Kontakt Kai Kirchner:
Telefon: 040/ 696 35 34 90
Handy: 0172/ 906 10 71
Mail: kai-kirchner@t-online.de

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